Cefal¨ (Sicilia) / 25.06.2014

Sizilien, Insel des gnädigen Paten

Endlich, endlich haben wir nach vielen Tagen des ungeduldigen Wartens wieder Kontakt zum Festland und können dieses Lebenszeichen von uns in die freie, zivilisierte Welt senden.

Hoffnungsvoll waren wir in den Urlaub Richtung Süden gestartet, um uns an sonnigen Stränden zu erholen, antike Kulturstätten zu besuchen, regionale, kulinarische Delikatessen zu genießen und hiesige Eigenarten kennenzulernen.

Foto Schon der in Palermo bei Liracar in Empfang genommene Mietwagen entsprach nicht so ganz unseren Vorstellungen.
Bis auf die Tatsache, dass die Kinder auf der Pritsche ein wenig zugig saßen und nass wurden, bot er aber immerhin genug Kapazität für unser Gepäck.

Foto Auf dem Weg vom Flughafen zum Ferienort glaubten wir schon einige Besonderheiten der Insel auszumachen.
Das der gemeine Sizilianer etwas einfach und rückständig konservativ lebt, dachten wir uns ja schon. Das aber auch die Touristen, statt modernste, digitale Photographietechnik zu nutzen, ihre Erinnerungsbilder per Leinwand visualisierten, erstaunte uns doch arg.

Hätten wir doch nur etwas genauer hingeschaut!

Nicht zu ihrem eigenen Vergnügen malten diese bedauernswerten Kreaturen, sondern im Auftrag von Zimmervermittlungen und Hotelbesitzern, bei denen sie sich mit der einwöchigen Mietung eines Zimmers Hals- über Kopf verschuldet hatten.

Der Pate allein weiss, wie lange er sie noch Postkarten malen, Keramikteller bekritzeln und anderen geschmacklosen Souvenirkitsch herstellen lässt, ehe er ihnen die Gnade ein paar ordentlicher Betonfüße zukommen lässt.

Foto Unsere Unterkunft, welche bei der Buchung als in Strand- und Zentrumsnähe beschrieben wurde, erfüllte ebenfalls nicht gänzlich unsere Erwartungen. Die angepriesene Nähe zur Altstadt ließ uns einige Male über die Relativität der Dinge nachdenken und konnte eigentlich nur von jemanden, der einen täglichen Arbeitsweg von der Erde zum Mond als normal ansieht, als nah bezeichnet werden.
Verzweifelt Erwartungsfroh versuchten wir diesen etwas ärgerlichen Nachteil in Komfort und Hygiene zu ignorieren und richteten uns so gut es eben ging ein.

Die Sachen deponierten wir in einer nahe der Hütte gelegenen Baumhöhle, wo sie einigermaßen vor den Tieren und der Feuchtigkeit geschützt blieben.

Foto Dennoch glitt der Blick unserer Kinder des öfteren zum schier unerreichbar gelegenen, wunderschönen Mittelmeer hinunter und es fiel uns schwer ihnen weiss zu machen, dass das Plantschen in der mittelgroßen Pfütze vor unserer Behausung, genauso große Freude wie das Baden im Meer machen würde.

Der fast ganztägig anhaltende Regen erwies sich nicht ausschließlich als Ärgernis, diente er doch denjenigen als willkommene Dusche, der den morgendlichen Weg ins Dorf auf sich nahm, um Brot und Brötchen aus einer hier als Panetterýa bezeichneten Bäckerei zu besorgen.
Auf dem von Schlammlawinen überspülten, schmalen Bergpfad, der die 400 Höhenmeter überwand, glitt man bei aller Vorsicht doch des öfteren aus und nahm eine unfreiwillige Abkürzung, deren begleitende Schreie keine der Freude waren. Zumeist ging die Sache aber glimpflich aus und bis auf ein paar Schrammen und Prellungen trug keiner von uns schlimmere Verletzungen davon.

Foto Damit die zur Zeit stattfindende Fussball-WM in Brasilien nicht gänzlich an uns vorbei geht, ließen wir uns von der örtlichen Dorfjugend die einzelnen Partien dieses Festes der ballspielenden Völker nachspielen. Weiß der Kuckuck wo diese Bengel die ▄bertragungen betrachten konnten. Auch auf eindrückliche Nachfragen reagierten diese kleinen Teufel nur mit einem unverschämten Grinsen verschmitzten Lächeln.


Ja liebe ZurückDaheimgebliebenen, so hätte es kommen können.

Da uns das Glück aber hold war, könnt ihr euch nachfolgend die Impressionen eines schönen Urlaubs anschauen.

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